MCS
Multiple Chemikalien-Sensitivität
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MCS und CFS werden heute den chronisch-entzündlichen Multisystemerkrankungen zugerechnet. Einleitend werden wir auf die Gemeinsamkeiten dieses systemischen Formenkreises eingehen, bevor wir die speziellen Ausprägungen vertiefen. Zu diesem Formenkreis werden heute auch die Fibomyalgie und die Elektrosensibilität (ES) gerechnet. Die Abkürzungen stehen für…
MCS ist keine psychosomatisch begründete Erkrankung, die man mit Desensibilisierung bzw. Konfrontationsmethoden, schon gar nicht mit Antidepressiva weg therapieren kann. Dies führt in der Regel zur Verschlimmerung des Zustandes, da der Körper diese Stoffe kaum entgiften kann und die Entzündungsmechanismen noch verstärkt werden.
Symptome
Patienten reagieren mit zum Teil heftigen allergieähnlichen Unverträglichkeitsreaktionen auf diverse Chemikalien, z.B. in Form von Duftstoffen, Lösungsmitteln, Ausdünstungen von Reinigungsmitteln, Böden, Möbeln, Bau- und Bauhilfsstoffen, auf Pestizide, Schwermetalle, auch in Nahrungsmitteln, Zigarettenrauch, Stäube und vieles mehr.
Hintergrund
Schon 1948 wurde MCS das erste mal beschrieben. Forschungstätigkeiten in den 90er und 00er Jahren konnten die pathologischen Stoffwechselwege, die hinter der Erkrankung stehen, herausarbeiten.
Unkenntnis erschwert Diagnose
MCS bleibt vielen Ärzten verborgen, weil sie weder die Krankheit noch erweiterte Bluttests und andere neuere Methoden der Diagnostik nicht kennen. Patienten finden sich trotz großer Not in einer Ärzteodyssee wieder.
Wie im Kapitel „Erkrankungen“ beschrieben, stehen bei chronischen Multisystem-Erkrankungen entzündliche Prozesse bzw. sog. „Stille Entzündungen“ sowie Oxidativer und Nitrosativer Stress im Vordergrund.
Diese chronische pathologische Stoffwechsellage führt häufig zu Schäden an den Mitochondrien, was die Energiegewinnung stört, aber auch die Entgiftung kann gestört sein oder die Regulierung des Immunsystems.
Das fatale daran: Ist anfangs vielleicht nur ein Bereich betroffen, hat dies aber meist auch negative Auswirkungen auf die anderen beiden genannten Bereiche.
Dieser Zusammenhang ist für die Ursachenforschung wichtig und ebenso für die Entwicklung einer entsprechenden Therapie.
In der konventionellen Therapie werden meist nur der Auslöser, z.B. ein Virus, oder die Symptome behandelt. Doch die schwere und lang anhaltende Reaktion auf einen Auslöser ist i.d.R. ein Anzeiger dafür, dass sich das Stoffwechselgeschehen schon länger in einer Schieflage befindet. Ein Infekt, eine Operation oder ein anderes Ereignis, das den Startpunkt der Erkrankung markiert, ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Bei manchen Patienten kann je nach angenommener Ursache ein antivirales Mittel oder auch ein anderes Medikament Besserung bringen. Anderen helfen auch mehrere Blutwäschen (Apherese). Bei vielen reicht das jedoch nicht oder ist nicht von Dauer.
Allgemein gilt:
Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine gründliche Ursachenforschung essentiell. Der Satz: „Eine gute Diagnose ist die halbe Therapie“ bewahrheitet sich bei chronischen Multisystem-Erkrankungen (CME) ganz besonders.
Von den Kritikern der Klinischen Umweltmedizin und der Funktionellen Medizin wird angeführt, es würden zu viele Untersuchungen durchgeführt, das sei ein zu hoher Kostenfaktor. Dies ist keine seriöse Rechnung. Niemand ist damit geholfen, wenn eine jahrelange erfolglose Behandlung wie so oft in die Frühverrentung führt. Für die Betroffenen ist dies meist eine finanzielle Katastrophe, für die öffentliche Hand auch keine gute Lösung.
Je früher eine Behandlung einsetzt, desto größer ist die Chance auf Besserung. Dafür müssen die ursächlichen individuellen Faktoren eingekreist werden.
Wie schon beschrieben können dies vor allem sein:
- Viren, Bakterien, Parasiten
- Unerkannte Entzündungsherde
- Darmfehlfunktionen
- Allergien und Unverträglichkeiten
- Schadstoffbelastung/Eingeschränkte oder überlastete Entgiftung
- Instabile Halswirbelsäule
- Geschädigte Mitochondrien
- Starker psychischer Stress
Eine ausführliche Anamnese kann die Ursachen einkreisen und eine gründliche Labordiagnostik kann die individuellen Faktoren aufdecken. Auch die darauf gegründete Behandlung ist immer individuell.
Therapiekonzepte
Erfahrene Ärzte und Autoren haben aus ihrer Praxis heraus Behandlungskonzepte mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt (s. auch Literaturseite).
Stellvertretend seien hier die Therapiestufen von Dr. Birgitt Theuerkauf („Chronische Behandlungen behandeln und heilen“) aufgeführt. Bei dieser Therapie sind vor allem die Darmsanierung und die Entgiftung wichtige Bestandteile:
- Therapie des Darms
- Zahn-/Kiefersanierung
- Unterstützung der körpereigenen Entgiftung/Ausleitungstherapie
- Therapie mit Mikronährstoffen
- Antiinflammatorische Therapie/Immunmodulation/Antiinfektiöse Therapie
- Reduzierung von Schadstoffen und weiteren negativen Faktoren
- Anti-Stress-Therapie
Die Behandlung einer CME gehört immer in erfahrene Hände. Die Mitarbeit des Patienten ist zwar essentiell, doch sollte niemand z.B. eine Mikronährstofftherapie in Eigenregie durchführen. Hier kann man viel falsch machen. Eine Laborkontrolle und ärztliche Bewertung ist zwingend notwendig.
Bei der Suche nach einem Behandler kann das Beratungstelefon des Vereins weiterhelfen.
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